Zur Erinnerung an meine Mieze, die mich fast 16 Jahre lang begleitet hat und mit der ich so viel zusammen erlebt habe.

 

 

Im Sommer 1989 liefst Du mir in Velbert nach  , sprangst in mein Auto und mir blieb nichts anderes übrig als Dich auf eine kleine Spritztour mitzunehmen. Wieder zurück lies ich Dich dort raus wo Du mir zugelaufen warst ,damit Du wieder nach Hause findest. Du warst noch sehr klein mit piepsiger Stimme – vielleicht 6 bis 8 Monate alt. Aber Du verfolgtest mich durch den Hausflur in meine Wohnung und machtest es Dir auf dem Sofa bequem. Da Dich niemand vermisste und ich mich längst in Dich verguckt hatte, war klar, dass Du ab sofort bei mir bliebst. Und diese Entscheidung hat mein Leben bereichert.

 

                           

 

Ab dem Zeitpunkt blieb den ganzen Tag während meiner Arbeitszeit die Balkontür auf ( im Erdgeschoss ! ) , auch im Winter ! Ralf - mein damaliger Freund konnte es nicht fassen ! Auf die Idee eine Katzenklappe einbauen zu lassen bin ich irgendwie nicht gekommen *g* Wundert mich bis heute , dass mir in den zehn Jahren niemand in die Wohnung gestiegen ist *g* Aber wahrscheinlich war einfach nix zu holen.

Es dauerte nicht lange, da warst Du trächtig (  ich Ahnungslose wusste ja nicht , dass das sooo schnell geht ! *g* ) War das ein Spaß mit den tapsigen, knuddeligen Welpen !

 

 

Sie alle fanden ein neues Zuhause und Du warst froh endlich wieder Deine Ruhe zu haben - nach der Kastration :-)

Und kannst Du Dich an das Gemetzel mit Deinen mitgebrachten ( lebenden ! ) Mäusen erinnern ?!? Gott war das furchtbar ! So manch eine konnte ich retten und mit meiner Mausefangtechnik ( sie krabbeln in ihrer Panik in überall ausgelegte Schuhe )  wieder nach draußen befördern ,aber die anderen .... grausam.

 

Dann kam meine Allergie. Asthma ! Krankenhaus ! Ich dachte , ich ersticke. Der Doc meinte die Katze wäre schuld ( war ja auch das Einfachste *tz* ) und alle waren sich einig : Die Katze muß weg ! Für mich war klar :„NIEMALS!“  War das ein Kampf !

Du bliebst natürlich und ich bekam gute Medikamente mit denen es sich auch weiterhin mit einer Katze leben lies. Nur ins Schlafzimmer durftest Du nicht mehr.

 

Die Jahre vergingen und 1999 zogen wir beide nach Düsseldorf. War gar nicht so einfach eine bezahlbare Wohnung zu finden, wo Du nach draußen konntest ohne gleich unter die Räder zu kommen. Aber wir haben sie gefunden und Du fühltest Dich sauwohl in Mörsenbroich.

 

Ich werde niemals vergessen, wie Du das erste Mal alleine durch die frisch eingebaute Katzenklappe gestiegen bist und Dich so über den Erfolg gefreut hast , dass Du laut „miau,miau“ rufend rein geschossen kamst und ganz aus dem Häuschen warst. Hattest Du einen Spaß ! Und ich erst !! Dein Lieblingsplatz war der klitzekleine Balkon, von dem aus Du alles beobachten konntest und wenn ich von der Arbeit kam, liefst Du mir entgegen um mich schnurrend zu begrüßen. Ich hätte auch jedes Mal geschnurrt, wenn ich gekonnt hätte .Ach es ging uns so gut , ich hatte so viele Freiheiten bei Dir , Du warst voller Vertrauen und hast es mir täglich gezeigt. Unser Zusammenleben war ein wunderbares Miteinander

 

 

Irgendwann wurde es zu Deiner Marotte nachts einen Höllenlärm zu machen . Du miautest in den höchsten Tönen und raubtest mir den Schlaf. Und ich war stinksauer, weil ich es nicht abstellen konnte – all die kommenden Jahre nicht mehr. Später – kurz vor Deinem Tod war es ein Zeichen dafür, dass es Dir gut ging und ich sehnte so manche Nacht in denen Du stumm warst Dein Geheule herbei in der Hoffnung , dass es ein guter Tag würde.

 

2004 zogen wir dann nach Bochum.

Auch hier war für Dich alles ok ! Du konntest draußen in der Sonne liegen und den ganzen Tag verpennen. Axel hattest Du längst um die Krallen gewickelt , er mochte Dich genauso wie ich .

 

 

 

Schlafen , ja das tatest Du viel in der letzen Zeit .So langsam wurde mir klar, dass Du schon ganz schön alt geworden bist . Es ist in der ganzen Zeit nie so richtig aufgefallen ,vielleicht hatte ich es auch einfach nur verdrängt .

Klar , Deine Zähne fielen aus - zuerst die oberen Fangzähne ,was Dir den Spitznamen "Schiefschnute" einbrockte. Es sah aber auch wirklich zu komisch aus! Die unteren Fangzähne drückten die Oberlippe nach oben und es vermittelte den Eindruck  Du würdest grinsen !  :-) Aber was sind schon ein paar Zähne ...

Dass Du Dich nicht mehr so schnell bewegtest und viel Ruhe brauchtest schlich sich ein , ohne dass ich es groß registrierte. Und Deine Ohren ließen nach . Irgendwann warst Du so taub, dass Du nicht mehr mitbekamst wenn ich unmittelbar hinter Dir stand und oft erschrakst Du im ersten Moment. Da wurde mir schmerzhaft bewusst, dass Du nicht ewig leben würdest! Ich weiß noch wie ich neben Dir auf der Terrasse saß , Dich mit "mein altes Mädchen" ansprach und irgendwie nachdenklich wurde ...

Und Du !?  Du schnurrtest vor Dich hin :-)

Plötzlich hattest Du keinen Appetit mehr. Es war August 2004 und meine kleine verfressene Maus mochte nichts mehr essen ! Der Doc diagnostizierte eine Nierenerkrankung und eine Herzinsuffizienz.

Du bekamst Medikamente und die halfen !  Es ging Dir besser und Dein Appetit kehrte zurück !

Es ging Dir sogar so gut , dass Du im Anfall von Übermut den Nachbarshund jagtest ! Der Ärmste wusste gar nicht wie ihm geschah ,als die zahnlose Oma hinter ihm her jagte und keine Ruhe gab , bis wir sie tatsächlich zurücktragen und festhalten mussten ! Wir haben uns schlapp gelacht !

Mir war klar, dass unsere Tage gezählt sind und ich genoss jeden einzelnen mit Dir.

Einige Wochen ging es Dir noch recht gut doch dann bautest Du ab. Kein Appetit , Du wurdest dünner und dünner und so schlapp, dass Deine Hinterbeinchen ganz wackelig waren. Es war schrecklich Dich so zu sehen. Du hattest eine hochgradige Stoffwechselstörung ,eine Infektion und Wasser in den Lungen. Medikamente und Assistenzfüttern konnten Dir nicht mehr helfen.

 

Am 04.10.2004 mussten wir Dich gehen lassen, Du wurdest eingeschläfert.

Die schrecklichste Entscheidung meines Lebens und doch wünsche ich , ich hätte sie ein paar Tage eher getroffen - es tut mir leid.

 

Wir sehen uns hinter der Regenbogenbrücke, meine süße Maus und bis dahin wirst Du uns unvergesslich bleiben.

 

 

 

 

zuletzt bearbeitet am : 07.02.2008